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Dessen verzierte Giebelwand sieht den holländischen Zunfthäusern
ähnlich und war zur Zeit der Hanse das Heim für ausländische
Kaufleute. Von dort weiter zum ebenfalls auf dem Rathausplatz
befindlichen Latvijas Okupacijas muzejs. Dort wird die
Geschichte Lettlands mit besonderem Augenmerk auf die Besatzung
durch Russen und Deutsche ausführlich dargestellt. Sehr
interessant, sodass wir dort in einem Schnelldurchlauf fast eine
Stunde verbrachten und somit der Bildungsauftrag erledigt war.
Von liefen wir erst entlang der Fußgängerzone Kalku iela und
schließlich über den Pilsetas Kanal mitten durch das
Stadtzentrum. |
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Unser eher zufälliger Weg führte zum Brivibas
Piemineklis, dem 42 Meter hohem Freiheitsdenkmal, vor
den zwei Soldaten Wache hielten. Ein paar Meter weiter
erreichten wir die russisch orthodoxe Heilig Geist
Kathdrale, in dessen Innenraum mit Blattgold nicht
gespart wurde und kehrten kurz ein. Weiter geradeaus
überquerten wir die Kalpaka bulvaris die
Ringhauptstrasse, hinter welcher wir die Neustadt von
Riga erreichten. Das war unser Wendepunkt und wir liefen
durch den Park um den Pilsetas Kanal zurück in das
Zentrum der Altstadt. Wieder eher durch den Zufall
getrieben, erreichten wir die Galenija Centjs die
größten, modernen und überdachten Einkaufsarkaden der
Stadt. Dort sind alle bekannten westlichen Markennamen
unter einem Dach versammelt (in Summe 140 Geschäfte).
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Nach einer kurzen Shoppingrunde liefen wir
gegen 15 Uhr zur Daugava, dem über 1.200 km
langen Fluss welcher mitten durch Riga fließt.
Dort sahen wir, wie die letzten Passagiere vor
dem bevorstehenden Ablegen auf einen
Ausflugsdampfer stiegen. Auf Nachfrage erfuhren
wir, dass die Fahrzeit von einer Stunde 1 Lats =
1,44 Euro koste, weshalb wir spontan mitfuhren.
Entlang der „Skyline“ Riga´s am Ufer um die
Insel Zukusala herum, mit seinem 368,5 Meter
hohen Fernsehturm (Rīgas radio un televīzijas
tornis), dem aktuell (Stand: August 2009)
höchsten Bauwerk der Europäischen Union. Auf der
anderen Seite der Insel dann wieder
flussabwärts, bis wir kurz vor dem Handels- und
Passagierhafen mit den Fähren nach Skandinavien
erneut wendeten und nach der Stunde auch wieder
am Ausgangpunkt waren. |
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Von dort war es nicht weit zur Petrikirche. 1209 zum
ersten mal erwähnt, wurde die Kirche zum Ende des 15 Jh.
von der Gilde der Kaufleute fast zu ihrer jetzigen Größe
ausgebaut. Allerdings fiel sie im Laufe der Jahre 4x
einem Grand zum Opfer, zum letzten Mal 1941 durch
alliierte Angriffe im 2. Weltkrieg. Man wurde daraus
schlau und baute den Kirchturm schließlich aus Metall.
Die „Inneneinrichtung“ empfanden wir entgegen der süd-
oder mitteleuropäischen Kirchen als ausgesprochen
spärlich. Aber unser Ziel war es, mit dem Fahrstuhl auf
die 72 Meter hohe Aussichtsplattform zu fahren. Die
räumlich kleine Plattform war voll (Sommer, Wochenende –
die Stadt war gut besucht), was aber der Aussicht keinen
Abbruch tat (vor allen Dingen, wenn man groß gewachsen
ist). Das Häusermeer der Altstadt, der nahe Hafen, als
auch die Plattenbauten mit den Schloten der Kraftwerke
in den Vorstädten war gut zu erkennen. |
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Auffällig war, dass das Land platt war – keine Hügel
waren weit und breit zu erkennen. Obwohl Riga nicht weit
von der Ostsee entfernt ist und die Fernsicht gut war,
konnte man die Küste und das Meer allerdings nicht
sehen. Nach ½ Stunde Ausblick und mittlerweile bereits
17 Uhr liefen wir zum nahen Hotel, um die mittlerweile
qualmenden Fuße etwas abzukühlen. Eine gute Stunde
später liefen wir quer durch die Altstadt zu dem im
Reiseführer empfohlenen Alus Seta Restaurant. Dieses
solle sich durch traditionell lettisches Essen
auszeichnen. Ob es nun wirklich traditionell war, mag
ich nicht beurteilen, aber zumindest gab es ein Buffet
mit verschiedenen Sorten Fleisch und Kartoffeln – ein
deftiges Abendessen also. Da wir im Außenbereich vor dem
Restaurant saßen (auch in Lettland herrscht in
Restaurants und Kneipen Rauchverbot) sahen wir, wie sich
die Altstadt immer mehr mit Menschen in Ausgehlaune
füllte. |
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Bei dem dort fast
ausschließlich herrschenden Kopfsteinpflaster war es
besonders lustig anzusehen, wie aufgedonnerten (meist
jungen) Frauen versuchten, ohne zu stürzen über dieses
zu laufen. Wir verbrachten den Abend in dem Lokal,
tranken ein paar Biere der leckeren Sorte Aldaris, bevor
wir gegen 22.00 Uhr zurück zum Hotel liefen. Dabei
bemerkten wir, dass die Altstadt eine einzige Party war.
Die Lokale reihen sich dicht aneinander, die Sommernacht
war angenehm warm, sodass wir vor dem Hotel noch in den
Bierwarten, ein mexikanisches Restaurants für ein Bier
einkehrten. Um 23 Uhr überwog aber die Müdigkeit, denn
schließlich waren wir schon fast 20 Stunden auf den
Beinen, sodass wir nach gegenüber ins Hotel gingen. |
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