Unangenehm früh um 4 Uhr verließen wir unser zu Hause Richtung Niederrhein. Wie zu erwarten waren die Autobahnen frei, sodass wir 75 Min. später in Weeze waren. Der Parkplatz war zuvor gebucht, sodass die Schranke beim Scan unseres Autokennzeichens umgehend öffnete. Nur 52 EUR für 4 Tage parken ist für einen Provinzflughafen wie Weeze unangemessen teuer, sodass wir zukünftig wieder ab Dortmund fliegen werden. 1 Std. vor Abflug waren wir im Terminal, wo an der Sicherheitskontrolle eine lange Schlange war. Und dass, obwohl nur 3 Flieger zwischen 6 und 7 Uhr herausgingen. Danach die nächste, noch längere Warteschlange und zwar vor der Passkontrolle…

 
 
 
 

Hier wurden alle Fluggäste mit dem Ziel Odessa nach vorne gerufen, sodass kaum im Flugzeug Platz genommen, auch die Türen umgehend geschlossen wurden. Wir starteten Richtung Westen, flogen einen 180 Grad Bogen und vorbei an Breslau und Kattowitz direkt in die Ukraine. Nach 2 Std. 45 Min. Flugzeit erreichten wir unser Ziel Odessa. Die Einreisebehörde kontrollierte neben dem Pass auch das Impfzertifikat (Online auf dem App reichte aus) und die Reisekrankenversicherung, welche eine COVID Behandlung in der Ukraine abdecken muss. Im Terminal-Gebäude kaufte ich mir am Schalter (bei den Autovermietungen) eine Telefonkarte des Telefonanbieters Lifecell für 200 UAH = 6,25 EUR mit 20 GB Datenvolumen.

 
 
 
 

Damit bestellte ich draußen ein UBER-Taxi, auf welches uns für 190 UAH in 40 Min. Fahrzeit zum Hotel im Stadtzentrum fuhr. Allerdings nicht bis vor das Duke Hotel, da der innerste Stadtkern am Wochenende autofrei war (gute Idee, wie wir ab Montag aufgrund des Verkehrschaos feststellten), sondern nur bis zum 300 Meter entfernten Katharina-II.-Denkmal. Um 12 Uhr checkten wir im Hotel ein und begannen kurz darauf unsere Erkundungstour. Unser Hotel lag auf der Rückseite der Oper, sodass wir jene umrundeten, vorbei an den Springbrunnen und das imposante Gebäude von vorne betrachteten. Das Opernhaus ist ein sehr imposantes Gebäude und das Nr. 2 Wahrzeichen der Stadt.

 
                                                                        

 

 
 
 

Direkt gegenüber ist übrigens die Residenz des deutschen Honorarkonsuls – besser kann die Lage nicht sein. Von dort liefen wir den breiten und mit Bäumen gesäumten Prymorskyi Boulevard bis zur Potemkinsche Treppe, dem Nr. 1 Wahrzeichen von Odessa (warum ist mir bis heute unverständlich – es sind einfach nur Treppen). Von dort sahen wir zum ersten Mal das Schwarze Meer, an dessen Ufer (von den Treppen aus gesehen) allerdings ein Industriehafen ist. Wir spazierten die Treppe hinunter und unten angekommen (wie in Russland üblich) durch eine Fußgängerunterführung unter der Hauptstraße hindurch und über eine Brücke über den Güter-Rangierhafen, zur Hafenmole.

             
          
 
        
 
 

Dort entschieden wir spontan eine kleine Bootsfahrt für 120 UAH mit einem alten, etwas angerosteten Schiff zu machen, welche kurz darauf begann. Hätten wir uns im Nachhinein schenken können, von den 40 Min. Fahrzeit fuhren wir 20 Min. an industriellen Hafenanlagen entlang und die verbleibenden 20 Min. waren auch die Aussicht auch nicht wert. Zurück an der Mole liefen wir wieder zur Haupt-Uferstraße, wo wir uns erneut ein UBER-Taxi bestellten. Dieses fuhr uns für 170 UAH in ca. 30 Min. zur Arcadia City. Dort ist die Urlaubs- und Strandgegend von Odessa mit den entsprechenden Geschäften, zahlreichen Hochhaus-Apartments und natürlich dem Strand.

 
 
 
 

Wir liefen entlang der Läden und allerlei Vergnügungseinrichtungen direkt auf Ibiza Beach Club zu. Im Grund ein großes Open-Air-Restaurant mit mehreren Swimmingpools mit lauter Musik und direktem Zugang zum Strand. Sowohl am Strand, als auch am Pool war Legehennen-Haltung – 2 m2 pro Person, für deutsche Verhältnisse unvorstellbar. Allerdings war es auch Wochenende und 34 Grad Celsius heiß. Im benachbarten Beach-Club Itaka setzten wir uns auf einen Drink, dessen Preise zu unserer Verwunderung im Rahmen waren (Cola und Wein keine 3 Euro). Wir liefen den Fußweg entlang zahlreicher weiterer Kneipen und Beachclubs bis zu deren Ende und schließlich wieder zurück zur Arcadia City.

 
 
 
 

Leider kann man dort nicht durchgehend am Strand langlaufen, da die einzelnen Beach-Clubs von Beton-Molen voneinander getrennt sind. Trotzdem aber durchaus sehenswert als Kontrast zur Stadt. Von der Arcadia City sind es 700 Meter Fußweg zur eher unscheinbaren Kadorr City Mall. Davor standen zahlreiche Luxuslimousinen, auch mit moldawischen Kennzeichen, so u.a. auch ein neuer SL Mercedes von AMG (woher die Gelder auch ewig stammen….). Doro schaute sich dort kurz um, kaufte aber wie immer nichts. Der Fußweg führte weitere 700 Meter, vorbei an mehreren bestimmt 40-stöckigen Apartment-Hochhäusern (ich kam mir vor, wie in China) bis zur Sady Pobedy Shopping Mall.

 
 
 
 

Auch hier fast nur teure Luxusautos auf dem Parkplatz. Auch in dieser Mall schauten wir uns um, wobei mir die Rolltreppen mit Werbe LEDs auf deren Unterseite besonders im Gedächtnis geblieben sind (das habe ich zuvor noch nie gesehen). Von dort fuhren wir 15 Min. Fahrt zur Verklärungskathedrale, der größten ukrainisch orthodoxen Kathedrale in Odessa (wo auch gerade Messe war). Gesehen und für gut befunden liefen wir zur Deribasywska-Straße, an dessen Ecke gleich eine sehr sehenswerte Passage war. Zwar etwas kleiner als die Viktor - Emanuel – Passage in Mailland, aber trotzdem jener wenig nachstehend. Die Deribasywska-Straße war komplett autofrei, sodass viele Fußgänger entlang jener flanierten.

 
 
 
 

Schließlich waren wir wieder am Opernhaus, gingen von dort kurz in unser Hotel. Denn nachdem wir den ganzen Tag bei 30 bis 34 Grad Celsius durch die Stadt gelaufen sind, war eine kurze Dusche sehr erfreulich. Gegen 19 Uhr liefen wir schließlich wieder entlang der Deribasywska-Straße zum Restaurant Pyvnoy Sad. Dort saßen wir, angrenzend an einem Park im Außenbereich einer Gastwirtschaft mit Hausbrauerei und ließen es uns gut gehen.

 
 

       

         

                                                                                                                                                                

 
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