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21.11.2018 - Reisebericht Namibia - Tag 11 - Bethanie - Fish River Canyon - Fish River Trail - Sundowner Drive

Reiseblog - Fotoblog - Namibia - Fish River Canyon - Fish River Lodge

 
 

 
 

Wie auch schon in den letzten Tagen waren wir gegen 9 Uhr bereit zur Abfahrt. Zuerst fuhren wir zum den örtlichen, schlecht sortierten Supermarkt in Bethanie, wovor auch die örtliche Tankstelle ist und tankten dort unseren Wagen voll. Dann noch 50 Meter schräg gegenüber zum örtlichen Bier- und Schnapsladen (der Supermarkt ist alkoholfrei), wovor ein paar schräge Gestalten lungerten und wir in dem vergitterten Laden noch ein paar Bier einkauften. Wir folgten der C 14, welche zu unserer Überraschung ab Bethanie (von Norden gesehen) hervorragend asphaltiert ist 20 Min. bis zum Ort Goageb und dann noch mal 8 km bis zum Abzweig auf fast schon vermisste Rüttel-Piste.

 
 
 
 

Die Piste D 463 ist eigentlich schön breit und auch im guten Zustand, sodass es uns umso mehr überraschte, dass wir mal wieder einem Touristen Pärchen mit einer Reifenpanne begegneten. Um es vorweg zu nehmen, bei unseren über 3.000 km in Namibia, davon bestimmt 2.500 km Piste, hatten wir keine Reifenpanne – mit jedem Touristen dem sprachen, ereilte des mindestens einmal – also riesiges Glück gehabt. Kurz nachdem wir den Asphalt verlassen hatten, fuhren wir über einen Bahnübergang, der den Ort Lüderitz versorgt. Weiter fuhren vorbei an grau-schwarzen Tafelbergen, dessen Form etwas dem im Monument Valley (USA) ähnelt. Mitten im Nirgendwo, nach bestimmt 1 Std. Fahrt fuhren wir an einem sehr ärmlichen Ort vorbei, der nur aus ein paar Bretterbuden besteht.

 
 
 
 

Je näher wir unserem Ziel, dem Fish River Canyon kamen, umso zahlreicher wurden die vereinzelten Köcherbäume an Straßenrand. Schließlich bogen wir auf eine schmale Privatstraße ab, welche uns mit einem steilen, schmalen Abschnitt empfing. Mit einem 2 WD Fahrzeug machbar, aber zumindest auf dem Rückweg etwas grenzwertig. Die weiteren 19 km Privatstraße führten durch eine Ebene, zwischendurch mit Huckel zur Verkehrsberuhigung (reicht denn der mittelmäßige Pistenzustand nicht aus?). Zu guter Letzt mussten wir noch die Schotter-Landebahn für Fly In Gäste kreuzen (kam gerade nichts) und nach insgesamt 100 km Piste waren wir schon 12 Uhr an der Fish River Lodge.

 
 
 
 

Eine richtig „schicke“ Lounge, das Hauptgebäude mit dem Restaurant einstöckig, direkt an der Abbruchkante gelegen mit geschmackvoller Einrichtung. Natürlich war zu der Uhrzeit das Zimmer noch nicht fertig, sodass wir mit dem Begrüßungs-Drink erstmal auf der Terrasse den Blick in den Canyon genossen. Verglichen mit dem Grand Canyon in den USA ist jener bedeutend kleiner, nur 550 Meter tief (USA bis zu 1.800 Meter) und 27 km breit (USA 29 km breit), aber dennoch der zweitgrößte Canyon der Welt. Auch sind die Felsen eher grau, gelb und nicht so rot wie die vom großen Bruder in den USA. Trotzdem absolut sehenswert und insbesondere nicht überlaufen, dort ist nur die Lodge -  sonst nichts.

 
 

 
 

Nach 30 Min. konnten wir auf  unser Zimmer, wobei einzeln stehende Hütten richtiger wäre. Sehr lichtdurchflutet und die Terrasse endet 1 Meter vor der Abbruchkante – einfach genial. Da wir aber nicht bis zum Abend auf der Terrasse staunen wollten, entschieden wir uns für einen der beiden Wanderungen ab der Fish River Lodge. Eine folgt dem Canyon-Rand 40 Min. in südlicher Richtung (genauso wie der spätere Sundowner-Drive) und der andere 30 Min. in nördlicher Richtung. Also liefen wir den Weg nach Norden, mal mehr, mal weniger nah an der Canyon Kante entlang. Zwischendurch vorbei an Kakteen und zahlreichen Köcherbäumen, auch mal durch eine kleine Senke mit Klettereinlage.

 
 
 
 
 

Die Wanderung ist sehr zu empfehlen und endete wie zu erwarten an einem wunderschönen Aussichtspunkt. Von dem aus sah man die ca. 20 Häuser der Canyon Lodge direkt am Abgrund, als auch einen weiteren Einschnitt / Tal des Canyons. Und kein Mensch weit und breit, ebenso wie auf der gesamten Wanderung. Gegen 15.30 Uhr waren wir wieder zurück an der Lodge und erfreuten und der am Pool der gereichten Snacks. Der Pool ist ebenfalls nur 2 Meter von der Kante entfernt, war aber leider mit Mai-Ostsee-Wassertemperaturen sehr kalt. Zudem nahm zum Nachmittag auch der Wind deutlich zu, aber wie wir erfuhren, ist es dort wegen der exponierten Lage häufig stürmisch.

 
 
 
 

Schließlich machten wir um 17 Uhr die Sundowner-Fahrt, bei der wir mit insgesamt 5 Gästen (uns mitgerechnet) in einem offenen Jeep kleine Wege entlangfuhren, die natürlich immer wieder an der Canyon-Kante endeten. Der Guide erzählte viel über die Geologie und auch dass wegen dem Klimawandel und der damit verbundenen Trockenheit die Köcherbäume dort langsam alle absterben. Auch erfuhren wir, dass die Lodge der Rockefeller Familie gehört – auch ein nettes Investment. Insgesamt fuhren wir 15 km (one way) und hielten dabei an zwei verschiedenen Stellen mit exponiertem Blick auf den Canyon. Wie zu erwarten war der letzte Stopp der beste, von dort sah man den Fluss, welcher sich in der Tiefe entlang-schlängelt.

 
   
 
 

An dem Punkt ist zudem auch der steile Abstieg in den Canyon hinein, der aber wegen der Hitze im Canyon von Oktober bis April gesperrt ist. Es wurde, wie bei einem Sundowner-Drive üblich ein Tisch aufgebaut und Fingerfood und Getränke gereicht. Dabei ging langsam sie Sonne unter – ein herrlicher Moment. Nach insgesamt 2 ½ Stunden waren wir zurück in der Lodge und aßen im dortigen Restaurant mit einer besonderen Atmosphäre zu Abend. Das Essen ließ keine Wünsche übrig und auch der Service war erstklassig. Gegen 21 Uhr waren wir schließlich wieder in unserem kleinen Haus und nach einem kleinen Absacker ging auch dieser wunderschöne Tag zu Ende.

 
   

  

                                                                                                                                                         

 
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