Woche 2

BaikalseeIrkuskRückflug

 

 
 

 
 

Obwohl am Vortag so schönes Wetter war, regnete es in der Nacht stark und auch der Morgen startete wolkig und diesig mit nur 13 Grad Celsius. Das Frühstück war recht sparsam und gegen 10.30 Uhr fuhr ich ein letztes Mal zum Baikal-See. Im Grunde hatte dort und dem Ort Listvyanka alles gesehen. Nur eine Tour auf die Insel Olchon hätte den Besuch abgerundet, aber eine Tagestour (Start 6 Uhr, Rückkehr Mitternacht – ab 150 EUR) ist eine Gewalttour und Zeit für einen zweitägigen Besuch hatte ich nicht. Also fuhr ich zur Uferpromenade und lief dort erneut auf und ab. Wegen dem Wetter war alles sehr trostlos, sodass ich nach kurzem Verweilen am Strand gegen 12 Uhr den Weg nach Irkutsk antrat.

 
 
 
 

Wieder über die fast schnurgerade, leicht hügelige Straße durch den endlosen Wald. Dort war kaum Verkehr, was sich aber änderte als ich die Großstadt Irkutsk erreichte. Dort kam auch wieder die Sonne raus und es wurde noch ein angenehmer, warmer Tag. Google Maps hatte ich auf die Restaurant-Kette Subway eingestellt (gibt es in Russland häufig) und fuhr durch den chaotischen Verkehr in eine zweifelhafte Plattenbau-Gegend. Im Erdgeschoss befand sich ein Subway, wo ich zu Mittag aß. Dann weiter ins Stadtzentrum, wo ich meine Stadterkundung am Sitz der Irkutsk Nationalregierung begann. Ein riesiger U-Förmiger Betonbunker mit der Ewigen Flamme und einen mit Blumen geschmückten Park davor.

 
 
 
 

Von dort lief ich über eine Brücke über die verkehrsreiche Uferstraße zur Fußgänger-Promenade am Fluss Angara. Eine Schönheit ist der Ausblick von dort wahrlich nicht, denn das gegenüberliegende Ufer wirkte recht industriell auf mich – kein Vergleich mit dem Ob in Novosibirsk. Trotzdem war die Promenade schön gemacht, sodass ich 500 Meter bis zum Moscow-Gate lief (wie der Triumphbogen in Paris, nur ´nen paar Nummern kleiner). Von dort parallel dem Ufer entlang der Hauptstraße zurück zur Kirche Sobor Bogoyavlensky, eine russisch-orthodoxe Kathedrale. Nur ein paar Meter weiter ist die katholische Polnische Kirche, welche mit den Spenden der von Polen nach Russland verbannten erbaut wurde.

 
 
 

 

 

Schräg gegenüber ist die dritte Kirche im Umkreis von 300 Meter und zwar die schneeweiße und 1723 errichtete Chasovnya Kirche. Von dort wieder zum Sitz der Nationalregierung, von wo aus ich 5 Min. zur Kathedrale Kazanskaya Tserkov' das Wahrzeichen von Irkutsk (rotes Gebäude mit blauen Turm-Dächern) fuhr. In jene Kirche ging ich hinein, wobei vor jener zahlreiche Bettler auf eine Spende hofften. Innen wie zu erwarten viel Gold und Prunk. Zurück zum Auto geriet ich in eine Hochzeitsgesellschaft (nur junge Männer) die michin die Hochzeit involvieren wollten. Wie immer hatten wir ein Verständigungsproblem, was aber nach ein paar Wodka (die alle schon intus hatten) den Jungs egal war.

 
 
 
 

Ich wehrte mich erfolgreich und fuhr über fürchterlich schlechte Straßen weiter. Die Schlaglöcher sind bis zu 30 cm tief was bei einem normalen PWK zu Schäden führen kann. Auch schauten die Straßenbahnschienen bis zu 5 cm auf dem Asphalt heraus, sodass man über jene nicht im spitzen Winkel fahren konnte. Ich beschwere mich nie wieder über schlechte Straßen in Deutschland. Egal – mein nächstes Ziel war der nur 1,6 km entfernten Prince Vladimir Temple. Die Kirche mit ihren zahlreichen, goldenen Zwiebeltürmen war ja schön, aber die Zufahrt und die Umgebung etwas zweifelhaft. Die Armut war hier überdeutlich – zahlreiche alte Holzhäuser Ruinen und dennoch bewohnt.

 
 
 
 

Zudem sah ich Bewohner an einem Sammelanschluss am Straßenrand Wasser in Eimern holen… Auch aus den nur angekündigten 1,6 km (lt. Google Maps) wurden 5 km, da ich mehrfach nicht links abbiegen konnte wie vom Navi gefordert. Vermutlich ist Yandex doch das bessere Mittel zur Navigation in Russland. Eigentlich wollte ich von dort zum Hotel fahren, dort den Koffer ablegen und dann den Mietwagen zum Flughafen zu bringen. Aber irgendwie schaffte ich es nicht auf die richtige Seite der Ausgehmeile 130 Kvartal zu gelangen. Nach 2 Versuchen und jeweils 4 km Umweg für die erneute Anfahrt gab ich auf und fuhr direkt zum Flughafen (soll der Taxifahrer doch das Problem lösen).

 
 
 
 

Die Mietwagen-Abgabe war problemlos, worauf ich mit Yandex für 200 RUB = 2,80 EUR wieder zurück ins Stadtzentrum fuhr. Diesmal aber das Problem, das Fahrgast und Fahrer sich nicht fanden – also die Fahrt storniert und den nächsten Fahrer „kommen lassen“. An der Ausgehmeile 130 Kvartal angekommen, spazierte ich zuerst in das falsche Hotel, wo man mir den richtigen Weg wies (mein Hotel, das Kupecheskiy Dvor, war in der 2. Reihe und nicht an der Straße). Ich checkte ein und machte darauf bei bestem Sonnenschein einen Spaziergang entlang der ca. 400 Meter langen Restaurant- und Kneipenmeile mit zusätzlichen Verkaufsständen. Das Ende der Straße markiert zu einer Seite das große Shopping-Center Trendy-Quater und zur anderen Seite die Statue Babr, eine Bieber- /Tigermischung.

 
 
 
 

Richtig schön gemacht mit den neuen sibirischen Holzhäusern im alten Stil. Im Supermarkt wollte ich noch 2-3 Dosen Bier als Souvenir für zu Hause kaufen, aber die gesamte Alkohol-Abteilung war abgesperrt, da an diesem Tag Ferienbeginn war und des wohl die Absolventen in der Vergangenheit übertrieben haben 😊 Um 19 Uhr hatte ich ein Date mit der Frau, welche ich in Novosibirsk auf der Bootstour getroffen habe. Sie ist ursprünglich aus Irkutsk und der Deal war Stadtführung gegen Englisch-Konversation und Korrektur. Vorbei an der Babr Statue und dem Stadion des FC Zvezda Irkutsk liefen wir zum Angara Fluss. Von dort über eine Brücke auf die Insel Yunosti, das Naherholungsgebiet der Stadt.

 
 
 
 

Schön gemacht mit kleinen Restaurants, Spazierwegen, Tretbootverleih, viel Grün und einem Riesenrad. Letzteres war das Ziel welches ca. 60 Meter hoch ist und von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Stadt und den Fluss Angara bis über die Staumauer hinaus hat. Dann wieder zurück in die Stadt, vorbei am Denkmal Alexander III, dann entlang der Karl-Marx-Str. mit alt-ehrwürdigen Gebäuden (u.a. dem lokalen Opernhaus) und schließlich in einen Park mit einer Lenin Statue. Letztendlich gingen wir noch ein eines der zahlreichen Lokale entlang der Amüsiermeile 130 Kvartal essen, wo ich viel über Russland erfuhr. Gegen 22 Uhr war ich wieder in meinem Hotel wo ich den Koffer packte, da am folgenden Tag die Rückreise nach Deutschland bevorstand.

 
 

                                                              

 

             

 

 
                                                                                                                                             
 
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