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11.02.2009 - Reisebericht USA-Westen 2009 - Tag 3 - St. George, UT - Toadstool Hoodoos - Cottonwood Canyon Road - White Sand Road - Wahweap Hoodoos

                                                                                       Reiseblog - Fotoblog - Utah / Arizona,  - Page, AZ - KC Motel (Street of the little Motels)

 
 
 
 
 

Wegen der noch gefühlten Zeitverschiebung in den Knochen bereits um 7 Uhr wach, war ich um 8 Uhr abfahrbereit. Bei Helligkeit entdeckte ich endlich wieder die roten Steine, welche ich in den letzten zwei Jahren so vermisst hatte und direkt hinter dem Motel beginnen. Frühstück gab es beim Wal Mart in St. George, bzw. auch Proviant für den Rest des Tages. Erst drei Abfahrten entlang der I15 nach Nordwesten, dann über die UT9 in Richtung Zion Nationalpark (der ab der I15 ausgeschildert ist). In Hurricane abgebogen auf die UT58, die hinter der Staatengrenze Arizona zur AZ389 wird nach Fredonia, dann weiter nördlich über die US89 Alt wieder nach Utah hinein bis Kanab.

 
 
 
 

Sicherlich ist die Durchfahrt durch den Zion Nat. Park landschaftlich interessanter und führt ebenfalls nach Kanab. Aber erstens bin ich dort in der Vergangenheit schon 3x durchgefahren und man benötigt den National Park Pass, den ich weder hatte, noch auf meiner weiteren Reise benötigte. Die UT58 / AZ389 hat auf den ersten Kilometern auch seinen Reiz, wenn man vorher noch keine roten Steine gesehen hat oder mal eine andere Route fahren mag. Aber nicht Kanab sollte mein Ziel sein, sondern die Sehenswürdigkeiten entlang der US89 zwischen vorgenanntem Ort und Page. Die Anfahrt hatte ich mit 2h Fahrzeit ein wenig unterschätzt, sodass es bereits 12 Uhr war, als ich die US89 erreichte.

 
 
 
 

Erster Besichtigungspunkt waren die Toadstool_Hoodoos in der Gegend der Rimrocks, etwa 1,5 Meilen östlich der Paria Contact Station, kurz vor dem Milemarker 19 gelegen, wo die Telefonleitung auf der linken Straßenseite einen 70 Grad Knick macht. Dort ist ein kleiner Parkplatz, von dem aus die Wanderung beginnt. Entweder immer dem Wash folgend, der aber sandig und somit beschwerlich zu laufen ist. Daher lief ich entlang dessen Anhöhe auf der Seite, bzw. kürzte die eine oder andere Washschleife ab. Zeitbedarf, bis man die ersten Hoodoos sieht – etwa 20 Minuten, so einfach gelangt man nirgends anders zu diesen Steinformationen. Hoodoos heißt übersetzt Fliegenpilz und genau so sehen die Dinger auch aus.

 
 
 
 

Die „Dinger“ erinnerten mich irgendwie an Hoodooformationen zu entdecken. Der Weg endete auf einer Anhöhe, von welchem man Blick auf das unter einem liegende Plateau hat. Also wieder zurück und gleiches in der östlichen Richtung probiert. Das war deutlich lohnenswerter, viele neue und immer andere Hoodoos waren zu entdecken. Schließlich endet der Trampelpfad mit schönem Blick auf das Rimrocks Plateau. Die ersten 30 Minuten erlebte ich bei bewölktem Himmel, sodass die roten Farben der Fliegenpilze leider nicht so deutlich herauskamen. Aber schließlich wurden die Wolkenlücken größer und die Sonne schaffte es, die gewünschte Farbe in diese Landschaft hinein zu bringen.

 
 
 
 

Ein denkbar schöner und ganz anderer Anblick, als bei trister Bewölkung. Gegen 13.30 Uhr begab ich mich auf den Rückweg zum Auto und traf ein amerikanisches Paar, mit welchem ich mich über die vielen Sehenswürdigkeiten im nahen Umkreis unterhielt. Dabei kam zur Sprache, dass heute am Freitag die Permits der Wave für Samstag, Sonntag und Montag vergeben werden (weil Sa. und So. geschlossen). Da ich noch nie an der Wave war, bzw. bei der Verlosung 2x kein Glück hatte, die Chance. Also mit dem Auto 20 Meilen zurück zum Bureau of Land Management nach Kanab, welches in der Wintersaison um 17 Uhr schließt. Denn die Paria Contact Station an der US89, etwa bei Milemarker 21, ist bis Mitte April geschlossen und somit das Bureau of Land Management zuständig.

 
 
 
 

Die Rangerin hatte freudige Nachrichten für mich, dass erst eins von zehn Permits für den folgenden Tag vergeben war. Na endlich!!! The Wave – ich komme. Man erklärte mir ausführlich den Weg und gab mir eine Topo-Karte mit, auf welcher eine Wegbeschreibung mit Fotos zur Orientierung wichtiger Punkte und sogar GPS Koordinaten vermerkt sind. Auf diversen Internetseiten hatte ich über die Wahweap Hoodoos gelesen, welche sich ebenfalls im Hinterland der US89 befinden. Somit sollte heute Hoodoo Tag werden. Ich zeigte der Rangerin ein Foto davon. Sie wusste sofort wo ich hin wollte und beschrieb mir ausführlich den Weg, bzw. die zwei Möglichkeiten dorthin zu kommen.

 
 
 
 

Entweder eine gut instand gehaltene nicht asphaltierte Straße fahren und anschließend 4,5 Meilen (one way) durch einen Wash laufen oder sich von der anderen Seite annähern. Dabei die letzten 2,3 Meilen eine sehr üble Piste fahren, die nur per 4WD zu bewältigen ist und 1,2 Meilen laufen. Aber einen 4WD hatte ich ja (meinte ich zumindest). Somit stand die Entscheidung fest. Zuerst 1,2 Meilen entlang der Cottonwood Canyon Road. Eine breite, etwas sandige Piste, mit jedem PKW zumindest bei Trockenheit zu bewältigen. Dann rechts abbiegen auf die BLM 431 (Bringham Plains Rd.), welcher ich weitere 4 Meilen folgte und nicht mehr ganz so gut „in Schuss“ war.

 
 
 
 

Schließlich ein weiterer Abzweig zur Rechten auf die White Sand Road, mit etwas Mut und ausreichender Bodenfreiheit ebenfalls noch zu bewältigen (wenn es trocken ist!!!). Nach 4 Meilen auf der White Sands Road dann ein letzter Abzweig, der in 2,3 Meilen zu einem Parkplatz geführt hätte. Aber ab diesem Abzweig begann die Straße richtig übel zu werden. Am Hang entlang mit entsprechender Schräglage des Fahrzeuges, tiefen Schlaglöchern und durch zwei Washes hindurch. Beim dritten Wash, nach bereits 1 Meile auf dieser üblen Piste, passierte es dann. Beim Durchqueren eines weiteren Washes, sah ich einen 15 cm spitz nach oben ragenden Stein in deren Mitte, weshalb ich kurz auf die Bremse trat.

 
 
 
 
 

Somit hatte ich nicht mehr genug Schwung, um auf die andere Seite wieder hinauf zu kommen. Kurzum – ich steckte fest. In fast einer Stunde schaffte ich es zwar, den Wagen in der Senke zu drehen, aber nicht mehr den Hügel hinauf zu kommen, wo ich hergekommen war. Die Reifen drehten im Sand durch, da der Wagen nicht wie vom Autovermieter National angepriesen, über einen 4 WD verfügte. Auch Luft aus den Reifen lassen brachte keine nennenswerte Fortbewegung den Hügel hinauf. Anstelle nun dort Wurzeln zu schlagen (es war bereits nach 15 Uhr – gegen 17.30 Uhr wurde es immer dunkel), half nur das aus der ARAL  Werbung bekannte „I´m Walking“. Nach etwas über zwei Stunden schnellen Schrittes zu Fuß, war ich wieder am Highway 89.

 
 
 
 

Dort kam von der gegenüberliegenden Seite der Wildnis ein Jeep, den ich anhielt. Ein Bauer, welcher dort seine Viecher stehen hat, nahm mich die fast 40 Meilen mit nach Hause, nach Kanab. Dort erhielt ich von seiner Frau zuerst schmackhaftes Abendessen. Schließlich lud er 4 Paar Schneeketten und ein Abschleppseil auf die Ladefläche und es ging wieder zurück zum Ort des Geschehens. Bei Dunkelheit so gegen 21 Uhr schafften wir es, den Wagen wieder frei zu bekommen. Das Ganze musste noch in der Dunkelheit erledigt werden, da Regen angesagt war und dann der Wash, in dem mein Wagen stand, zu einem Fluss werden könnte. Was für eine Aktion, ich verbuche es mal unter Glück gehabt, bzw. eine Lektion erhalten.

 
 
 
 

Eine Stunde später und sehr erleichtert erreichte ich Page. In der „Street of little Motels“ hing vor dem Büro des KC Motels ein Zettel (nur) in deutscher Sprache, dass noch ein Zimmer frei sei, man sich den Schlüssel nehmen solle und am folgenden Morgen wegen der Bezahlung ins Office kommen solle. Das machte ich doch glatt. Das Motelzimmer war eher ein mittelgroßes Appartement mit zwei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer und kleiner Küche (aber leider kein Internetzugang). Und das für $35 pro Nacht……. Meine vergangene und zukünftige Nächtigungsadresse, wenn ich wieder im Ort bin. Ich sortierte noch eine Stunde die bisher geschossenen Fotos auf dem Laptop und ließ diesen ausgesprochen aufregenden Tag somit ausklingen.

 
 

   

                                        

 
                             

        

                                                                                                                                                                                 

 
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