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25.11.2016 - Reisebericht Südamerika 2016 - Tag 16 -  Perito Moreno National Park - Bootstour

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Um 8 Uhr standen wir auf, frühstückten am sparsamen Hostel-Buffet und liefen erst zur nahen Hauptstraße Av. del Libertador Gral. San Martin. Der vorhergesagte Regen blieb aus, aber dennoch was es wolkenverhangen, was sich später zugunsten von strahlendem Sonnenschein änderte. Die Hauptstraße war gänzlich auf den Tourismus eingerichtet, wie am Vortag beschrieben mit vielen Souvenirgeschäften, Restaurants usw. – keinerlei Bausünden und im Vergleich zu Puerto Natales wunderschön. Wir liefen zum Stadtbüro von Hielo & Aventura, wo die 14.30 Uhr Boot-Tour zum Gletscher buchten. Die Agentur führt letztendlich das Gletscher-Trecking und die Bootstouren durch, weshalb es bei anderen Agenturen zu buchen keinen Sinn macht, da jene eh dort einkaufen.

 
 
 
 

Auf die geführte Gletscher-Tour verzichteten wir, da wir dies erstens schon in Norwegen und Kanada bereits gemacht haben und die Touren mit 3.300 Peso = 196 Euro für 3 ½ Std., bzw. 1.800 Peso = 107 Euro für 1 ½ Std. (immer pro Person) ausgesprochen teuer waren. Also beließen wir es bei der 1-stündigen Bootsfahrt für 400 Peso = 24 Euro. Dann stockten wir unsere Getränkevorräte im Supermarkt auf und kauften ein Sandwich zum Mittagessen. Es folgte ein kurzer Spaziergang entlang der Hauptstraße, worauf wir gegen 11 Uhr zum Nationalpark zum Perito Moreno Gletscher fuhren. Erst die Ruta Provincial 11, entlang des tiefblauen Sees Lago Argentino auf die Berge zu. Dann am einzigen Abzweig den Schildern folgend zum Nationalparkeingang.

 
 
 
 

Entgegen unserer Erwartung waren nur 3 Autos vor uns, was aber dennoch 10 Min. dauerte (was machen die erst, wenn es voll wird). Da wir diesmal bedeutend mehr Zeit hatten, fuhren wir gemächlich die kurveneiche Straße am Ufer der Halbinsel. Nach ca. 20 Min. (ab Parkeingang) sieht man den Gletscher zum ersten Mal, worauf wir auf dem nahen Parkplatz anhielten. Von dort sieht man die andere Hälfte des Gletschers, welchen wir gestern auf den Stegen und Plattformen nicht sahen, wo wir später mit dem Boot noch hinfahren werden. Auf der weiteren Wegstrecke verschwindet der Gletscher wieder (aus dem Blick, natürlich ist er noch da) und da wir erst um 12 Uhr ankamen, wurden wir auf den großen, unteren Parkplatz geleitet.

 
 
 
 

Dort ist ein Restaurant nebst Visitors Center, was wir uns kurz ansahen, als zum nahen See, an dessen Ufer kleine Eisberge angeschwemmt waren. Nach  Irritation welcher Bus der Richtige ist (und kein Fahrer Englisch sprach oder die Busse mit dem Ziel beschildert waren) erwischten wir den Richtigen und wurden zum oberen Parkplatz gefahren. Mittlerweile waren die Wolken fast gänzlich verschwunden und wir hatten einen super Fernblick auf bestimmt 10 km Gletscherzunge den Berg hinauf. Wahnsinn, wieviel Eis sich dort den Berg hinunter schiebt – dabei berücksichtigt, dass es noch einige weitere, schwer zugängliche Gletscherzungen gibt. Natürlich war es zu der Uhrzeit besser besucht, aber auf den Wegen verteilt es sich ganz gut.

 
 
 
 

Es gibt einen gelben Weg, einen Roten und einen Blauen. Aber unser Ergebnis war, dass einzig der Gelbe die beste Aussicht bietet. Also liefen wir wie schon am Vortag zur untersten Plattform hinunter. Wie am Vortag krachte und knackte es auch innerhalb des Gletschers, was spektakulär schallt, da der Schall in den 30-40 Meter tiefen Spalten hin und her „geworfen“ wird, ohne dass man einen Eisbruch sieht. Ab und an fiel wieder Eis in der Größe eines Autos ins Wasser, aber nicht in der Regelmäßigkeit und Größe wie am Vortag. Erneut standen wir da und staunten, was uns die Natur hier bot. Nach 1 Std. gegen 13.45 Uhr nahmen wir den Shuttle Bus zu unserem Auto, aßen dort unser Sandwich und fuhren die Halbinsel 7 km in Richtung Ausgang zum Hafen der Bootsfahrten zum Gletscher.

 
 
 
 

Die 20 Min. bis zum Boarding sonnten wir uns bei gut 23 Grad Celsius, das Wetter hätte nicht gegensätzlicher zur Wettervorhersage sein können. Pünktlich legte das für ca. 200 Gäste ausgelegte Boot mit 30 Passagieren ab. Nach 5 Min. Fahrt um die Insel kam der Gletscher in Sicht und in weiteren 10 Min. fuhr das Boot an jenen bis auf 150 Meter heran. In der kommenden ½ Std. fuhren wir ganz langsam entlang der vollen Breite des sich 70 Meter hoch auftürmenden Gletschers, wo plötzlich ein Stück in der Größe eines Einfamilienhauses abbrach und ich dabei mein Smartphone zum Filmen bereit hatte. Glück muss man haben. Ist erst mal ein Stück herausgebrochen, kommt es immer zu keinen Nachbeben, es „plumst“ immer etwas hinterher.

 
 
  
 

Nach genau 1 Std. waren wir wieder am Anleger, wo wir 10 Min. warteten, denn um 16 Uhr muss man nicht mehr auf den Ausweichparkplatz und mit dem Shuttlebus fahren. Genau so war es – wir fuhren direkt auf den oberen Parkplatz, liefen die Treppen hinunter, um eine weitere Stunde auf den Gletscher zu starren. Nur störten 3 Italiener die Ruhe, denn jene unterhielten sich 30 Min. angeregt und in großer Lautstärke, inkl. Intensiver Hand-Gestik (wie bei Italienern üblich). Um 17.30 Uhr schaffte es Doro mich von dem Gletscher wegzureißen, denn ich hätte noch 1 Std. staunen können. Wie auf meiner Reisehomepage ersichtlich, haben wir schon etwas von der Welt gesehen, aber dies ist bzgl. Natur eines der Top 3 Highlights. Keine anstrengende Wanderung, fast ein Drive In.

 
 

 

 

Entgegen anderer Gletscher die flach auslaufen, endet der Perito Moreno Gletscher mit einer bis zu 70 Meter hohen Eiswand – einfach Wahnsinn. Um 17.30 Uhr waren wir  am Auto und benötigen 1 Std. bis El Calafate, wo wir direkt auf dem Rückweg unseren Mietwagen abgaben. Auf dem Weg zum Hostel, machten einen erneuten Rundgang über die Hauptstraße und liefen wieder zum Restaurant Buenos Cruces, wo wir am Vortag für heute reserviert hatten. Es folgten ein kurzer Verdauungsspaziergang und ein längerer Besuch in einem riesigen Souvenirgeschäft in dem es alles gab, was irgendwie mit Patagonien zu tun hatte. Dann noch in eine große Sports Bar, wo auf einer Großleinwand Fußball aus Liverpool übertragen wurde (ich erkannte Jürgen Klopp). Um 21.30 Uhr waren wir wieder auf unserem Zimmer, da wir am Folgendentag (zum letzten Mal in diesem Urlaub) früh aufstehen mussten.

 
 
 

                                                

                                                                                             

                                                                                                                                                                                 

 
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