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17.11.2016 - Reisebericht Südamerika 2016 - Tag 8 - Purmamarca - Cerro de los Siete Colores - Humahuaca - Serranias del Hornocal - Salta

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Da wir am Vortag erst bei Dunkelheit in Purmamarca angekommen sind, sahen wir erst am nächsten Morgen, wie schön die Umgebung ist. Rote, schroffe Berge mit großen Kakteen, genauso hatte ich mir Südamerika vorgestellt. Leider hangen immer noch 500 Meter über uns die Wolken, sodass wir die volle Pracht der östlichen Anden-Gebirgskette nur erahnen konnten. Nach dem Frühstück fuhren wir zu den Cerro de los Siete Colores (Berg der 7 Farben), direkt am Ortsrand von Purmamarca. Über einen unasphaltierte Weg fuhren wir um die Hügel, dessen verschiedene Mineralien in dem Fels von gelb über rot bis braun und grau schimmerten. Irgendwie erinnerte mich das alles sehr an Süd-Utah. Der Rundweg ist etwa 5 km lang und endet wieder im Ort Purmamarca, dessen Häuser alle im pastellfarbenen Adobe-Stil sind.

 
 
 
 

Mit einem Kunsthandwerksmarkt und der Kirche Iglesia de Santa Rosa de Lima eigentlich viel zu schön um sofort weiter zu fahren, aber die Zeit saß uns mal wieder im Nacken. Also fuhren wir die sich immer entlang dem Fluss Rio Grande schlängelnde Ruta 9 weiter nach Norden Richtung Bolivien. Wären nicht die tief hängenden Wolken gewesen, hätten wir mehr von der schönen, schroffen Bergwelt sehen können, denn wir fuhren durch ein Tal immer leicht bergauf, eingerahmt von fast 5.000 Meter hohen Bergen. Nach 1 Std. Fahrt erreichten wir unser Zwischenziel Humahuaca auf 3.000 Meter, in dessen Tal sogar die Wolkendecke aufriss und die Sonne herauskam. Direkt an der Routa 9 in Humahuaca ist eine Touristeninformation, wo aber nur spanisch gesprochen wurde (also für uns unbrauchbar).

 
 
 
 

Unser Tagesziel waren die in 14 Farben schimmernden Berge Serranias del Hornocal, auf 4.350 Meter Höhe und nur über eine Schotterpiste erreichbar. In der Touristeninformation bot man uns an, uns für 100 USD hinauf fahren, absolut indiskutabel. Also versuchten wir unser Glück. Im Ort fuhren wir über die Brücke über den Rio Grande und folgten den Schildern der Straße RP73. Zuerst ein kleiner Anstieg mit großen Kakteen am Wegesrand, erreichten wir eine Ebene von 10 km Breite. In jener fuhren wir auf eine Bergkette zu, dessen oberer Bereich sich in Wolken befand. Den Berg über Serpentinen hinauf (immer noch die RP 73), bis wir oben angekommen nach 23 km einen Abzweig erreichten, an dem die Serranias del Hornocal ausgeschildert ist und wir die RP 73 verließen.

 
 
 
 

Dort rechts und nach weiteren 3 km links auf den Parkplatz nach insgesamt (ab der Brücke im Ort) 25 km. Zuerst sahen wir dort oben nicht die Hand vor Augen, mit anderen Worten: der Weg war für´n Eimer… Aber mit jeder Minute veränderte sich die Lage und die Löcher in der Nebelwand wurden größer. Zum Vorschein kamen die bis zu 4.750 Meter hohen Berge, dessen Rücken die 14 Farbschattierungen haben (sollen). Davon sahen wir max. 10, was auch sehenswert war. Doro machte einen 30 min. Spaziergang über einen Hügel, um das Naturwunder näher zu betrachten (mir war der Sauerstoffanteil für solche Anstrengungen in der Höhe zu gering). Nach 1 Std. wollen wir wieder hinunter fahren, aber nichts tat sich bei unserem Wagen. Die gesamte Elektrik war tot – nicht mal Fensterheber oder Türverriegelung funktionierten.

 
 
 
 

Zudem kein Handynetz – wir hatten ein Problem. Dies sprach sich bei den wenigen Touristen dort oben herum und ein Paar aus Italien bot an, uns zurück nach Humahuaca zu fahren. Wir nahmen alles was uns gehörte aus dem Auto, verstauten dies im Kofferraum unserer „Mitfahrgelegenheit“ und ließen uns zum Busbahnhof von Humahuaca fahren. Dort hoffen wir zeitnah einen Bus nach Salta zu kommen, da wir kurz nach Mitternacht einen Bus nach San Pedro de Atacama gebucht hatten. Die Hotline vom unserem Autovermieter Localiza  war unbrauchbar, der Typ sprach so viel Englisch wie ich Spanisch (max. 50 Wörter) und stellte mir immer die gleichen Fragen, da er meine Antwort nicht verstand. Also mussten wir uns irgendwie nach Salta durchschlagen.

 
 
 
 

Am Busbahnhof von Humahuaca fragten wir nach einer Verbindung nach Salta (mit Händen und Füßen) aber nur eine Gesellschaft bot diese Strecke an und diese war heute schon ausgebucht. Ganz klasse. Die letzte Hoffnung war, in der 2 Std. südlich gelegenen Provinzhauptstadt San Salvador de Jujuy eine bessere Verbindung nach Salta zu bekommen. Dann sprach uns ein französisches Paar an, das unsere Story bereits erfahren hatte. Ich fragte am Rande nach ihrem Tagesziel und dies war tatsächlich Salta…und sie waren auch bereit, uns mitzunehmen. Mit viel Geschick bekamen wir unsere Koffer noch in den Kofferraum und Rückbank zugeladen und fuhren nun zu viert zurück nach Salta.

 
 
 
 

Und das über die gleiche Strecke wie schon am Vortag auf dem Hinweg, wobei die Wolken immer noch den Blick auf die bis zu 5.000 Meter hohen Wolken  versperrten, sodass wir die ganze Schönheit der Berge und der Provinz Jujuy nur ansatzweile sehen konnten. Mit dem französischen Ehepaar unterhielten wir uns prächtig, sodass die 4 Std. Fahrzeit bis Salta schnell vergingen. Wir wurden am Busbahnhof abgesetzt, wo wir unsere Koffer für kleines Geld in Verwahrung gaben und anschließend zum Plaza 9 De Julio, den großen Platz im Zentrum von Salta liefen. Dort aßen wir im schicksten Lokal zu Abend, denn das hatten wir uns nach der ganzen Aufregung verdient! Mein Steak war superklasse und auch Doro war sehr zufrieden, worauf wir gegen 21 Uhr zurück zum Busbahnhof liefen.

 
 
  
 
 

Selbst zu dieser späten Uhrzeit war in der Fußgängerzone schwer was los und alle Geschäfte geöffnet, ganz anders als am Vortag um 16 Uhr. Mit ein paar kleinen Stopps an diversen Geschäften waren wir um 21.30 Uhr zurück am Busterminal von Salta (denn um 22 Uhr schließt die Kofferverwahrung). Nun hatten wir noch 3 ½  Std. Zeit, bis unser Bus nach San Pedro de Atacama in Chile abfuhr. Wir machten es uns im Warteraum bequem und leerten eine dieser südamerikanischen, großen Flaschen Bier (0,96 Liter).

 
 
 

                                                              

 

                                                                                              

                                                                                                                                                                                 

 
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